BOSNIEN

Achtet genau darauf, wie ihr lebt: nicht wie unwissende, sondern wie weise Menschen. Ein solches Leben führt zu aufrichtiger Güte, Gerechtigkeit und Wahrheit.
Epheser 5, 15+9

Bosnien. Auf unserem Weihnachtstransport nach Bosnien kommen wir unter anderem in das Städtchen Gornje Tuzla. Dort geben wir Lebensmittelpakete aus und verteilen parallel an verschiedenen Schulen Kinderpäckchen. Kurz vor Schulschluss wird unsere gesamte Truppe eingeladen, wir sollen mit unseren Päckchen in die nahegelegene Schule kommen, bevor die Kinder nach Hause gehen. Dort angekommen, laden wir 300 Kinderpäckchen aus und bringen sie in die Turnhalle. Der Hausmeister hat schon einen Weihnachtsbaum aufgestellt und bittet uns, alle 300 Päckchen unter und um diesen Baum zu legen.

Es wird Zeit, schon hören wir die Kinder vor der Tür. Endlich werden sie eingelassen. Sie sehen den herrlichen Baum und die vielen Geschenke. Nicht wenige bekommen den Mund nicht mehr zu! Bis alle Kinder in der Halle versammelt sind, wächst die Vorfreude unter uns allen noch mehr – wir spüren es an der zunehmenden Lautstärke, die anwesenden Lehrer können die Kinder kaum bändigen. Dann endlich ist es so weit! Mit leuchtenden Augen und aufgeregten Quieksern bekommen alle der Reihe nach ihr Päckchen!
Diese überbordende Freude und Begeisterung hautnah zu erleben, hat uns vielleicht mehr beschenkt als die Kinder – es war so schön, die Weihnachtsfreude dieser Schulkinder und ihrer Lehrer zu erleben.
Von Anfang an haben wir Gottes Hilfe und Segen bei unserer Weihnachtsaktion erfahren! Wir hatten alles gepackt, die Truppe war zusammengestellt, da musste ein LKW-Fahrer plötzlich absagen. Wir organisierten neu, der LKW nach Bosnien startete nur mit einem Fahrer, dafür aber schon einen Tag früher. Alle Fahrzeuge und Teilnehmer kamen gut an ihrem Ziel an, trotz aller Bedenken auch der LKW an der Grenze zu Serbien, denn auch dorthin gingen in diesem Jahr Kinderpäckchen. Die Zollabwicklung lief so gut und schnell, dass bereits einen Tag früher als erwartet mit der Verteilung begonnen werden konnte.
Wir durften sehen und erleben, dass unser Gott größer ist als unsere Probleme!
Große Freude und Dankbarkeit erleben wir, als die ersten Kinderpäckchen in die Schulen gebracht werden und Lebensmittelpakete in arme Dörfer. Leider sehen wir immer wieder das gleiche Bild und dieselben Probleme. Die jungen Menschen gehen ins Ausland und versuchen, dort Arbeit und Auskommen zu finden, die Alten bleiben zurück. Das beschwerliche Leben mit der kleinen und kargen Landwirtschaft wird mit jedem Jahr schwerer, viele können das nicht mehr bewerkstelligen und werden zum Teil pflegebedürftig. Hier macht sich der Exodus der jungen Menschen dramatisch bemerkbar, denn der gesellschaftlich etablierte „Generationenvertrag“ funktioniert nicht mehr. Ambulante Pflegedienste oder Seniorenheime gibt es kaum! Aber selbst, wo es sie gibt, kann sich das nur ein ganz kleiner Bruchteil der alten Menschen leisten. So ist es ein großes Geschenk für diese Verarmten und Alten, ein Lebensmittelpaket zu bekommen, das ihnen wenigstens materiell einige Sorgen nimmt. Manchmal ist diese Sorge so präsent, dass man sie förmlich greifen kann.

Ein herzliches Dankeschön und Vergelt’s Gott möchten wir Ihnen weitergeben. Sie haben uns die Hände gefüllt, uns beschenkt, damit wir weiterschenken konnten und selbst Beschenkte wurden! Durch Ihre Gaben durften wir 3000 Kinderpäckchen und 1100 Lebensmittelpakete oder, anders ausgedrückt, gut 25 Tonnen Liebe verteilen. DANKE!