Große Vorfreude auf Hilfspakete

„Ein Sonnenstrahl reicht hin, um viel Dunkel zu erhellen.“
Franz von Assisi

„Dass jemand uns beschenkt, dafür sind wir so dankbar!“ Die weisshaarige Frau schüttelt den Kopf, während sie gebeugt da steht und bei der Verteilung der Lebensmittelpakete zusieht. Sie ist gespannt, was sie bekommen wird. Ihre Rente gibt sie hauptsächlich für Medikamente aus. Das Paket aus Deutschland kommt wohl gerade richtig.

Genauso erwartet werden auch unsere Kinderpäckchen. Karl-Heinz Weber fährt sie mit einem Team zu den bosnischen Schulen. „Wenn ich die Freude der Kinder sehe, das ist so schön – das geht ganz weit rein.“
Tatsächlich haben wir mit unserer Partnerorganisation ‚Brot des Lebens‘ aus Ulm 4000 Päckchen gesammelt und im Dezember 2014 im District Brcko und in den Bergen bei Tuzla gemeinsam verteilt.

Der Bosnier Gavro Stevic, der mit Karl-Heinz Weber unterwegs ist, erzählt: „Obwohl es längst möglich ist, alles zu kaufen wie in Deutschland, kann sich das kaum ein Viertel der Leute hier leisten. Die meisten Familien müssen mit 200 Euro, Rentner mit 100 Euro im Monat auskommen. Um überleben zu können, pflanzen die meisten Kohl, Zwiebeln und Kartoffeln an oder arbeiten in der Erntezeit als Tagelöhner.“

Doch das Jahrhunderthochwasser im Frühsommer 2014 in Bosnien und Serbien hat viele Äcker und Anbauflächen wochenlang überschwemmt.
So warten die Menschen überall geduldig in der Kälte, bis unser Transport eintrifft. Ortsvorsteher und Übersetzter helfen dann gemeinsam mit, dass es wirklich die Bedürftigen sind, bei denen Öl, Nudeln, Zucker und Mehl ankommen.

So, wie z. B. bei einer Romafamilie: Ein Blick ins Innere einer kleinen Hütte, wo gewohnt, gegessen und geschlafen wird, zeigt, es ist gerade Weihnachten geworden. Alle hocken auf dem Boden und sind am Auspacken: Hefte, Spielsachen, Lebkuchen, Schokolade. Der Vater stimmt ein Lied an. Er endet mit einem langgezogenen „Hvala“ – Dankeschön!