Hilfe aus Pforzheim lindert Not auf dem Kiewer Majdan

„Christen in Kiew haben aus unseren Bettlaken Verbandsmaterial für die Verwundeten auf dem Majdan-Platz hergestellt. Es war ein Wunder, dass sie unsere Hilfsgüter gerade zu diesem Zeitpunkt bekommen haben!“, so Jürgen Augenstein vom Pforzheimer HfN.
Die 24 Tonnen Hilfsgüter brachte der HfN schon im Mai 2013 nach Kiew. Es handelte sich überwiegend um gut erhaltene Kleidung, die jedoch über zehn Monate in Kiew unter Zollverschluss gehalten wurde. Noch im Januar 2014 war völlig unklar, wann und ob die Hilfe jemals bedürftige Menschen vor Ort erreichen würde.
Seit 1993 führen wir Transporte nach Kiew durch. Viele Ukrainer haben existenzielle Sorgen. „Jeder hier kämpft ums Überleben und wir sind froh, wenn wir Miete und Essen bezahlen können. Geld für Kleider haben wir keines. Umso dankbarer sind wir für alles, was wir über den ‚Hilfsdienst für Notleidende‘ bekommen“, erzählt Sascha Bubnov. Seit Jahren tut er alles, um armen Menschen zu helfen. Ohne sein Fachwissen wäre es für den HfN unmöglich, Hilfsgüter in die Ukraine zu bringen.

Die Ukrainekrise spitzt sich seit Dezember 2013 zu. Im Januar kommt es zu blutigen Gefechten. Der Konflikt fordert 80 Tote, viele Verletzte und 300 Vermisste.

Anfang Februar werden die Hilfsgüter plötzlich freigegeben. Als Jürgen Augenstein Mitte März nach Kiew kommt, ist ein Großteil der humanitären Hilfsgüter bereits ausgegeben.
Auf dem Majdan-Platz bewunderte er noch vor einem Jahr die Auslagen von Dior. Heute türmen sich hier Gummireifen, Blumen, Kerzen und Fotos von Verstorbenen. Der 26-jährige Student Illya Mazurets führt Jürgen Augenstein über den Majdan. Hier hat Illya die letzten drei Monate ausgeharrt. Auf Jürgen Augenstein wirkt er traumatisiert. Ein junges Paar sei neben ihm beim Mittagessen von Scharfschützen erschossen worden, erzählt er. Illya Mazurets weist auf zwei blaue Zelte: „Hier bieten Christen aller Kirchen rund um die Uhr Gebet und Psychologische Betreuung an.“ Jürgen Augenstein ist froh: „In der Not haben die Menschen sich zusammengeschlossen, um jedem zu helfen, der Hilfe braucht. Das ist das HfN-Motto. Sogar einige unserer Hilfsgüter haben sie hergebracht. Mit den gespendeten Plastikbechern wurde Tee ausgeschenkt und aus unseren Leintüchern Verbandsmaterial hergestellt.“