Hilfsdienst für Notleidende aus Pforzheim hilft Kriegsgeschädigten und Flüchtlingen in der Ukraine

Notleidenden Menschen eine helfende Hand zu reichen, das ist Symbol auf den Lkw’s und zugleich Auftrag des Hilfsdienstes für Notleidende (HfN) aus Pforzheim. Seit über zwanzig Jahren helfen wir als humanitäre Organisation deshalb schon in der Ukraine. Hilfe benötigen die Menschen in der ehemaligen Sowjetrepublik zur Zeit jedoch dringender den je. Der Ukraine – Krieg hat eine Million Menschen zu Flüchtlingen gemacht, die alles verloren haben: Wohnung, Arbeit und oft auch Angehörige.

Der Hilfsdienst für Notleidende sammelte den ganzen Winter über im Enzkreis und in Pforzheim gut erhaltene Kleidung, medizinisches Gerät, Verbandsmaterial und vieles mehr. Am 18. April konnte schließlich ein Hilfstransport nach Kiew aufbrechen.

Vor Ort realisierten Jürgen und Regine Augenstein und Eugen Roth vom HfN schnell, dass sie sich in einem Kriegsland befinden. Ihre langjährigen Freunde, warteten dringend auf die Kleidung aus Deutschland. Obwohl sie bislang ihren Lebensunterhalt bestreiten konnten, sind sie mittlerweile selbst zu Hilfsbedürftigen geworden „Unsere Übersetzerin Tamara, die als Deutschdozentin arbeitet, verdient seit Jahren 150 Euro im Monat. Seit Beginn der Krise sind die Preise jedoch um mehr als das Doppelte angestiegen. Wie sie davon leben und ihre Miete zahlen soll, ist uns schleierhaft.“ Wie es den Flüchtlingen in dieser Situation geht, erfuhr das HfN-Team vom Präses freier evangelischer Gemeinden, dessen Kirchen Hilfsgüter im ganzen Land koordinieren. Er gab ihnen eine Übersicht über die Flüchtlingslage: Eine große Gruppe sei in die Westukraine geflohen. Dort seien die Menschen besonders offen und bereit, Flüchtlingen zu helfen. Wenn nötig, nehme man dort sogar Hilfsbedürftige im eigenen Haus auf. Viele Ostukrainer würden auch versuchen im Großraum Kiew unterzukommen. Die Christen stünden ihnen zur Seite, wo immer möglich. Am katastrophalsten sei jedoch die Lage in der Ostukraine. In Kellern zerbombter Häuser würden seit Monaten alte Menschen leben, die nicht fliehen konnten. Nahrungsmittel, Wasser, Baumaterial, medizinische Versorgung, sei alles Mangelware. Unter Lebensgefahr versuche man diesen Menschen Hilfe zu bringen. Oft müsse man sich dazu durch vermintes Gebiet in Frontnähe schlagen.

Neben den materiellen Spenden waren 4500 Euro Spenden beim HfN für Lebensmittel eingegangen. Vor Ort wurden Grundnahrungsmittel wie Öl, Getreide, Zucker und Kekse eingekauft und an Flüchtlingsfamilien in Kiew verteilt. Ein weiterer Großteil der mitgebrachten Hilfsgüter und der in Kiew eingekauften Lebensmittel wurde anschließend von vertrauenswürdigen Personen aus der Gemeinde in der Westukraine und im Donezker Gebiet im Osten verteilt.

Unvergesslich ist dem HfN-Team, die Hilfsbereitschaft der ukrainischen Christen. Von dem Wenigen, mit dem die Ukrainer zur Zeit selbst auskommen müssen, geben sie noch bereitwillig ab. „Solch eine Hilfsbereitschaft in aller Armut möchten wir unbedingt weiter unterstützen mit unserer Vereinsarbeit. Wir sind wirklich dankbar, dass wir dort ganz praktisch helfen konnten,“ so die mit vielen bewegenden Eindrücken nach Pforzheim zurückgekehrten HfN’ler.

Deshalb plant der HfN einen weiteren Hilfstranport im Herbst in die Ukraine. Gerne nehmen wir dazu gut erhaltene Kleidung- und Sachspenden entgegen. Finanzielle Spenden werden wir für die Fahrtkosten benötigen. Außerdem möchten wir gerne in Kiew direkt Lebensmittel für Kriegsgeschädigte und Flüchtlinge einkaufen und wie beim letzten Mal verteilen.