Weihnachtsaktion 2020 in SERBIEN und BOSNIEN

Wunder – voll

Corona 2020, keiner will mehr davon hören, am liebsten alles schnell hinter sich lassen! Doch es gibt auch andere Meldungen. So wie unsere gelungene Weihnachtsaktion auf dem Balkan.

Nachdem sich die Hilfswerke „Brot des Lebens“ aus Bernstadt und der „Hilfsdienst für Notleidende“ aus Pforzheim entschlossen hatten, die seit vielen Jahren gemeinsam durchgeführte Weihnachtspaketaktion auch in diesem Jahr vorzubereiten trotz, oder gerade wegen aller Widrigkeiten, gab es schließlich kein Zurück.

Am 04.12. startet ein LKW mit knapp 23 Tonnen liebevoll gepackter Kinderpäckchen und Lebensmittelpaketen nach Bosnien. Die Fahrer wissen nicht genau, was sie in diesem Jahr an den Grenzen erwartet. Auf den verschiedensten Webseiten gibt es die unterschiedlichsten Aussagen dazu.  Einen Tag später, am 05.12. startet der zweite LKW mit etwa 20 Tonnen der gleichen Ladung nach Lescovac in Serbien.

Das erste Wunder: Die Fahrten verlaufen sehr gut, mit keinen zusätzlichen Hindernissen an den Grenzen! An der bosnischen Grenze angekommen, geben die Fahrer ihre Papiere bei einer Spedition ab, die die erforderlichen Zollpapiere erstellt. Ganz schnell werden die Lebensmittel kontrolliert und nach einigen wenigen Stunden geht es auf den Zollhof in Brcko. Und auch hier geht es völlig überraschend sehr zügig – noch nie ging es so schnell, das zweite Wunder!

Auch die Fahrer nach Serbien erleben ähnliches. Zwar dauert bei ihnen das Auszollen in Lescovac einen ganzen Tag, doch mussten wir vor zwei Jahren auch schon mal drei Tage warten. Dann darf statt im Zolllager gleich bei der Gemeinde abgeladen werden, die umgehend mit der Verteilung beginnt, das dritte Wunder! Die Fahrer fahren dann direkt wieder zurück und sind perfekt in ihrem Zeitplan.

Nachdem nicht ganz klar war, ob die Schulen in Bosnien geöffnet sind und ob sie Päckchen annehmen wollen, sind wir glücklich: Die Kinder gehen aktuell zur Schule. So können wir die etwa 2100 gespendeten und mitgebrachten Kinderweihnachtspäckchen ausgeben. Einige Schulen lehnen das zwar aus Vorsichtsgründen ab, aber die anderen sind glücklich, auch in diesem Jahr wieder beschenkt zu werden. Tatsächlich sind in dieser Region keine anderen Hilfswerke mit Päckchen angekommen. Wir können zwar nur in zwei ersten Klassen die Päckchen direkt austeilen, doch für die anderen Klassen geben wir die Geschenke in der entsprechenden Stückzahl je Klasse ab – sie werden dieses Mal intern ausgeteilt. Später sehen wir manches glückliche Kind mit seinem Päckchen auf dem Heimweg.

Lebensmittel sind gefragt

Die Krise trifft die sowieso arme Bevölkerung besonders hart. Die Zahl der Bedürftigen ist gestiegen und die Kommunen sind nicht in der Lage sie zu versorgen. Der bosnische Staat trägt nur 10% der Sozialunterstützung. Für die restlichen 90% muss die jeweilige Stadt oder Gemeinde aufkommen. In Lopare, einer von Landwirtschaft geprägten Stadt, dankt uns der Bürgermeister herzlich für die Hilfe, die wir bringen. Seine Behörde ist mit der Sozialhilfe schon Monate im Verzug, weil einfach die Mittel fehlen. Es ist laut dem Bürgermeister damit zu rechnen, dass das fehlende Geld auch in Zukunft nicht mehr nachbezahlt werden kann. Angesichts solcher Aussagen sind wir doppelt und dreifach froh, die Transporte durchgeführt zu haben. Wir erlebten im Vorfeld und vor Ort seine Begleitung, seinen Segen und sahen dabei Wunder über Wunder.

Viele der Menschen, mit denen wir auf Abstand sprechen, sind überrascht, dass wir überhaupt gekommen sind, dementsprechend ist ihre Freude groß. Einige sagen: Ihr seid Helden!

Doch dieses Lob gehört nicht uns alleine! Sondern auch euch, die ihr uns auf irgendeine Art und Weise unterstützt und dadurch die Transporte erst möglich gemacht habt!

So sagen wir, auch im Namen der vielen Menschen in Serbien und Bosnien, HERZLICHEN DANK für alle Unterstützung!

Wir wünschen euch und euren Familien ein fröhliches und behütetes Weihnachtsfest und Gottes Segen für das neue Jahr!

Euer Karl-Heinz Weber und das HfN-Team