Weihnachten: Geben schenkt Hoffnung

Wir fahren mit unserem LKW durch schlammige Straßen, über vereiste Pisten hinauf in die Berge, in Dörfer und Stadtviertel – dorthin, wo normalerweise niemand hinfährt. Dort öffnen wir unsere Laderampe. Menschen, alte und junge, drängen sich um uns, strecken ihre Hände aus und wir geben.


Ich erinnere mich an eine Frau mit Kopftuch. Sie war den langen Weg zwischen den Feldern mit ihrer Schubkarre heraufgekommen. Jetzt saß sie halb darauf, rieb ihre kalten Hände und wartete, dass wir ihren Namen riefen. Und endlich, als sie dran war, stellten zwei unserer Fahrer das Lebensmittelpaket in ihren Schubkarren und legten noch eine Tasse dazu. Sie lächelte, drückte wortlos unseren Männern die Hand und machte sich auf den Heimweg. Später fuhren wir an ihr vorbei. Sie winkte – ich sehe sie vor mir.
Das ist Weihnachten: Schenken, um Leben zu empfangen. Wir, während wir schenken und die Frau, als sie unser Geschenk annimmt.

Tief berührt es mich, als wir in Lopare gut 400 Lebensmittelpakete ausgeben. Es regnet schon in Strömen bei unserer Ankunft und es hört im Laufe des Tages nicht auf. Das Wasser vom Schirm des einen läuft dem anderen hinten in den Kragen und dennoch bleiben alle da, bis jeder dankbar SEIN Paket erhalten hat. Wer diese Hilfe nicht braucht und sie will, tut sich das nicht an! Können wir uns erinnern oder gar vorstellen, so etwas auszuhalten?

Im Dezember 2018 haben wir, wie in den Jahren zuvor, in Bosnien rund um die Stadt Tuzla Lebensmittel- und Kinderpakete verteilt.
Unser Ziel war es, in diesem Jahr viele kleinere Schulen weiter im „Nirgendwo“ anzufahren, um Kinder glücklich zu machen, die teilweise noch nie ein Geschenk von uns bekommen hatten. Das war eine Freude, als die Kinder entdeckten, welche Kostbarkeiten in den Päckchen verborgen waren! Teilweise sind dort nur zwischen drei und zehn Kinder in den Klassen, denn viele junge Familien versuchen ihr Glück in Westeuropa, weil einfach keine kontinuierliche Arbeit zu finden ist, die eine Familie ernährt und Perspektive gibt.

Insbesondere Roma-Familien haben es in Bosnien schwer, weil sie oft keine Arbeit finden. Familien mit Kindern leben hier sehr einfach und ein Weihnachtsgeschenk mit Spielsachen, Süßigkeiten und Schulmaterial macht allen große Freude. Der Jubel war an jeder Schule und in jedem Dorf groß!
Im Herbst hat uns die Bitte erreicht, auch in Serbien an Roma-Kinder Weihnachtsgeschenke zu verteilen. In Leskovac fahren wir deshalb die Roma-Gemeinde, „Kirche im Zelt“ an. Diese Gemeinde hat eine umfangreiche Sozialarbeit und kümmert sich sowohl um das geistliche Wohl als auch um die vielen sozialen Nöte der Roma. Sie werden in Osteuropa oft diskriminiert und von der Gesellschaft verachtet.
Diese neue Aktion machte viele zusätzliche Vorbereitungen nötig und wir rechneten damit, dass auch der Zoll aufwändiger sein würde. Doch die gute Vorbereitung unserer Freunde von ‚Brot des Lebens’ in Ulm, die diese Aktion mittrugen, und die vielen Gebete unserer Freunde und Spender zahlten sich aus, und nach zwei Tagen durften wir in Novi Sad vom Zollhof fahren in Richtung Leskovac, wo die Ladung erwartet wurde. Durch das Team der „Kirche im Zelt“ wurden wir herzlich willkommen geheißen und nach kurzer Besprechung waren 25 kräftige Männer da, die die Ladung in kürzester Zeit vom LKW luden!
Am folgenden Tag erlebten wir die Ausgabe der Pakete in Leskovac und waren überrascht, wie perfekt alles vorbereitet war. Über den ganzen Tag verteilt kamen Gruppen von Leuten mit Abholzetteln, die weit im Vorfeld an die Menschen ausgegeben worden waren. So war alles fein dosiert und lief zu unserem Erstaunen ruhig und geregelt ab.

Die Wintersonne blitzte jetzt hinter dem Zeltdach hervor. Während wir gaben, leuchtete ein Licht in unser Herz.

Vielen Dank für Ihre Kinderpäckchen, die so liebevoll gepackt waren. Wir möchten uns bei allen Spendern und Unterstützern dieser verschiedenen Weihnachtsaktionen von ganzem Herzen bedanken! Ohne Sie und Ihre GABEN wäre unsere Weihnachtsaktion unmöglich. Herzlichen Dank! Möge Gott Sie dafür segnen!