Ukraine im April 2019 – Beistand für die Abgeschriebenen

Die Not in der Ostukraine ist groß. Nach wie vor liegen die Menschen, die an der Front wohnen und von dort auch nicht weg können oder wollen, unter täglichem Beschuss. Hilfslieferungen erreichen die Menschen hier nicht mehr – sie sind in weiten Teilen auf sich gestellt, man will sie mit allen Mitteln vertreiben.
In diese Situation kommt unser Hilfsgütertransport im April. Nach Wochen der Vorbereitung sind am 13. April zwei LKWs auf der Reise nach Kiew in der Ukraine. Von unseren Freunden dort werden wir schon sehnsüchtig erwartet, das Leid und die Armut, insbesondere im Kriegsgebiet der Ostukraine, sind groß! Unsere Fahrt läuft reibungslos, auch durch die Grenze kommen wir in ca. 10 Stunden und das Auszollen dauert einen Tag, genau wie wir das gewohnt sind.


Kaum sind die Hilfsgüter freigegeben, ist unser Mitarbeiter Sascha schon auf dem Weg Richtung Doneck. Leider ist von dort nicht viel Positives zu berichten. Der einzige Lichtblick für viele sind die Hilfsgüter, die Sascha und einige wenige andere Gemeinden ihnen bringen. Seit kurzem hat Sascha einen Transporter, den wir ihm mit Hilfe eines befreundeten Hilfswerks in die Ukraine überführen konnten. Damit kann er nun viel mehr Hilfsgüter in die Ostukraine bringen als zuvor im PKW.


Auch in der direkten Umgebung von Kiew versorgen wir eine Sozialstation und ein Krankenhaus mit gesammelten Materialien, die eingeführt werden können. Die Ärzte und Schwestern sind überglücklich. Es fehlt ihnen oft an wichtigen Hilfsmitteln für ihre Patienten. Die Freude ist groß, als sie unsere Lieferung erreicht!


Als wir mit Sascha sprechen und er uns aus erster Hand von den Zuständen berichtet, erzählt er wie übergroß die Dankbarkeit der Menschen vor Ort ist. Wir können kaum glauben, wie groß die Freude über ganz alltägliche Dinge sein kann. Wir schenken diesen Dingen oft kaum Beachtung, denn bei uns haben wir einfach überreich davon und nehmen sie ganz selbstverständlich. Doch wenn Sascha ihnen etwas Kleidung bringt, die sie dort an der Front nicht kaufen können, oder einige Nahrungsmittel, damit sie etwas mehr Vielfalt auf dem Tisch haben, dann ist das alles für die Menschen in den Frontgebieten ein riesen Geschenk! Verbunden damit ist ein Besuch und ein Gespräch, das Hoffnung macht, wodurch die Menschen Liebe und Achtung erfahren.
Ich muss bei seinem Bericht spontan an ein altes Mütterchen denken. Sie brach in Tränen aus, als wir sie besuchten und ihr ein wenig Essen brachten. Von ihrem Haus aus konnte sie die Scharfschützen der Feinde sehen – dass jemand sie besuchte und an sie dachte, konnte die Frau kaum glauben und lies sie weinen vor Freude und Rührung.

Unsere Fahrer sind mit einem großen und bunten Strauß aus Grüßen und Dank zurückgekehrt. An sie selbst als Überbringer, aber auch an Sie, die Sie die Fahrten durch Spenden und Gebet möglich machen!